[UPDATE] Der EHC München ist nur knapp an einem Auftaktsieg gescheitert. Der DEL-Aufsteiger hatte beim Mitfavoriten um den Titel lange mithalten können, musste sich aber letztlich nach Verlängerung 3:4 (1:1, 1:1, 1:1, 0:1) geschlagen geben. Derweil konnte Iserlohn eine Negativserie beenden.
Die Sauerländer konnten sich nach zuvor zehn Niederlagen in Folge mit 5:2 (0:0, 2:1, 3:1) gegen den Vizemeister von 2009 durchsetzen.
Einen guten Start in die Saison erwischten auch die Kölner Haie, die bei den Hamburg Freezers einen 3:0 (0:0, 0:2, 0:1)-Erfolg holten. Für Goalie Adam Dennis war er im ersten Pflichtspiel für die Domstädter gleich das erste Shutout. In Ingolstadt verloren die Gastgeber nach 60 Minuten gegen die Thomas Sabo Ice Tigers mit 1:2 (1:0, 0:0, 0:2).
Weiterhin ungeschlagen sind die Krefeld Pinguine. Nachdem die Rheinländer schon in der Vorbereitung ohne Niederlage blieben, setzten sie die Serie in der Hauptrunde fort und fuhren in Straubing nach einem 2:1 (0:0, 1:0, 1:1) den ersten Dreier ein. Im Duell des Meisters mit dem Niedersächsischen Rivalen aus Wolfsburg behielten die Scorpions mit 3:1 (1:1, 1:0, 1:0) die Oberhand.
Seidenberg verhindert Auftaktniederlage
DEL-Aufsteiger EHC München präsentierte sich beim Titelaspiranten in Mannheim auf Augenhöhe und konnte lange dagegenhalten. Die Führung der Adler durch Matthias Plachta (13.) konnte Stéphane Julien für die Gäste nur 23 Sekunden später ausgleichen. Nach dem Seitenwechsel meldete sich Yannic Seidenberg (30.) erstmals zu Wort und traf zum 2:1, dass Brandon Dietrich (39.) noch vor der zweiten Pause erneute egalisieren konnte.
Dylan Gyori (49.) brachte die bayerischen Landeshauptstädter erstmals in Front und es aus, als sollte der Aufsteiger seinen ersten DEL-Sieg einfahren, doch Marcus Kink (58.) besorgte den späten Ausgleich. Die fällige Verlängerung beendete Yannic Seidenberg (64.), der den Kurpfälzern damit den Extrapunkt sicherte.
Adam Dennis fehlerlos
Köln legte in Hamburg einen starken Start hin und versuchte die Freezers zu überraschen, doch das erste Tor ließ zunächst auf sich warten. Gegen Ende des ersten Durchgangs wurden die Gastgeber stärker, aber Adam Dennis im Tor der Haie leistete sich keinen Fehler. Nach dem Seitenwechsel, Hamburg war zu dem Zeitpunkt stärker, zogen die Haie per Doppelschlag davon. Zunächst besorgte Philip Gogulla (27.) aus spitzem Winkel das 1:0 und zwei Minuten später setzten Gogulla und Pettiner Christoph Ullmann zum 2:0 in Szene.
Im Schlussabschnitt kontrollierten die Domstädter das Geschehen. Hamburg kam nur noch sporadisch zu angriffen und die Schüsse aufs Tor hatte Dennis sicher. Für die Entscheidung sorgte schließlich Jason Jaspers (54.), der in zweifacher Überzahl zuschlug.
„Wir haben uns den Start natürlich anders vorgestellt und wollten vor fast ausverkauftem Haus gewinnen“, sagte ein enttäuschter Stéphane Richer nach der Auftaktniederlage. „Das hat nicht funktioniert, weil wir zu viel überlegt und läuferisch nicht unsere beste Leistung gezeigt haben – wir waren immer einen Schritt zu langsam. Bei den ersten beiden Gegentoren sind wir in Konter gelaufen und haben die Abwehrarbeit vernachlässigt. Dann war es schwer, das Spiel gegen erfahrene Haie zu drehen.“
„Ich bin mit unserem Auftritt hier sehr zufrieden. Die Freezers haben eine sehr talentierte Mannschaft, deswegen war es ein wichtiger Sieg. Hamburg hat gekämpft, doch wir haben gut dagegengehalten. Der Schlüssel zu den drei Punkten war das Unterzahlspiel im 2. Drittel, wo wir kein Gegentor zugelassen haben“, fasste Haie-Trainer Bill Stewart die Partie zusammen.
Nürnberg kommt spät
Vom ersten Bully weg zeigte sich der ERC ambitioniert und hatte die Partie im Griff. Belohnt wurden die Bemühungen der Bayern bereits in der achten Spielminute durch Joe Motzko. Stephan Daschner und Stephan Retzer hatten vorbereitet. Ingolstadt hatte in der Folge viele gute Möglichkeiten das Ergebnis auszubauen, zeigte sich im Abschluss aber zu harmlos.
Es blieb bis zum letzten Drittel beim knappen 1:0 und Nürnberg wachte auf. Die Franken nahmen Fahrt auf und dominierten das Geschehen. Colin Beardsmore (52.) konnte schließlich den Ausgleich herstellen, ehe Clarke Wilm, der aus Hamburg zu den Ice Tigers gewechselt war, 62 Sekunden vor der Schlussirene in Überzahl den Siegtreffer besorgte.
„Wir sind natürlich sehr zu frieden mit drei Punkten. Beide Mannschaften haben sehr viele Chancen gehabt und es war ein Spiel für beide Torhüter“, sagte Andreas Brockmann. Der Coach der Ice Tigers fuhr fort: „Der Patrick (Ehelechner, Anm. d. Red.) hat sehr gut gehalten. Ich muss ein Kompliment an meine Mannschaft machen, aber auch an Ingolstadt. Es war ein Spiel mit sehr hohem Tempo.
Greg Thomson hatte auf Seiten des ERC den Grund für die Niederlage schnell parat: „Wir haben gut angefangen und hatten viele Torchancen zum 2:0 unter anderem von Greili. Wer das Tor nicht macht wird halt bestraft. Nürnberg hat einfach zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht."
Krefeld macht es spannend
Straubing und Krefeld lieferten sich im ersten Abschnitt einen offenen Schlagabtausch, doch ein Treffer wollte trotz 25 Torschüssen nicht fallen. Erst zur „Halbzeit“ der Partie konnten die Pinguine aus der zwischenzeitlich erspielten Feldüberlegenheit Profit schlagen. Charlie Stephens spielte einen klugen Pass auf Patrick Hager (31.) und der ließ sich im Alleingang das erste Pflichtspiel der Rheinländer in dieser Saison nicht mehr nehmen.
Nach der zweiten Pause konnte Pascal Trepanier (43.) auf 2:0 für Krefeld erhöhen, aber die Tigers machten es noch einmal spannend. Dustin Whitecotton (48.) hatte verkürzt. Die letzten 75 Sekunden versuchten die Hausherren noch mit sechs Feldspielern die Verlängerung zu erzwingen, Scott Langkow im Tor der Seidenstädter hielt seinen Arbeitsplatz jedoch sauber.
Iserlohn beendet schwarze Serie
Seit zehn DEL-Spielen haben die Roosters nicht mehr gegen den Rivalen aus der Landeshauptstadt gewonnen und als Tyler Beechey nach torlosen 30 Minuten Bewegung auf die Anzeige brachte sah es so aus, als sollte Nummer elf folgen. Michael Wolf (34.) konnte jedoch im Powerplay ausgleichen und Adrian Veidemann (38.), erneut in numerischer Überlegenheit, drehte die Partie zu Gunsten der Sauerländer.
Einmal in Fahrt ließen sich die Gastgeber auch von der zweiten Drittelpause nicht aus dem Konzept bringen. Der Druck auf die Metro Stars wurde noch einmal erhöht und so konnte Michael Wolf (51.) nachlegen. Dabei konnte auch der Anschluss durch Andrew noch ein der gleichen Spielminute verschmerzt werden, denn Cam Paddock (54.) stellte den alten Abstand wieder her. In der Schlussminute stellte Robert Hock mit einem Schuss in das verwaiste DEG-Gehäuse den 5:2-Endstand her.
Der Meister besiegt den Lehrling
Zur Saison 2010/2011 war Anton Krinner von Wolfsburg nach Hannover gewechselt. Beerbt wurde er bei den Grizzlys von Co-Trainer Pavel Gross und der besiegte seinen ehemaligen Chef in der Vorbereitung gleich zweimal. Krinner dürfte also motiviert gewesen sein, die Verhältnisse wieder gerade zu rücken.
Seine Scorpions kamen zunächst auch besser aus der Kabine und gingen in der fünften Spielminute durch Adam Mitchell in Front. Nachdem Tyler Haskins (14.) jedoch für Wolfsburg getroffen hatte, ging es mit einem Remis in die erste Pause. Die Partie zeigte sich in der Folge ebenfalls ausgeglichen, aber mit Leinestädtern, die sich im Abschluss abgebrühter zeigten.
Aris Brimanis (25.) sorgte zunächst für die erneute Führung und im Schlussabschnitt wurde den Grizzlys das Powerplay zum Verhängnis. Martin Hlinka schickte nach einem Scheibengewinn den von der Strafbank kommenden Matt Dzieduszycki (57.) auf die Reise und der ließ sich die Entscheidung nicht mehr nehmen.
Pavel Gross resümierte im Anschluss: „Gratulation an Hannover – es war ein verdienter Sieg. Eine Analyse fällt mir leicht: Wenn eine Mannschaft nicht das abruft, was sie kann, ist es fast unmöglich, zu gewinnen. Wir haben heute einfach zu viele Zweikämpfe, sowohl im Angriff als auch in der Defensive, verloren. Nochmals Gratulation an Hannover.“
„Ich muss meiner Mannschaft gratulieren. Sie hat heute sehr hart gearbeitet und das nach einer ebenso harten Vorbereitung“, erklärte Scorpions-Coach Toni Krinner. „Vor allem kämpferisch und läuferisch waren wir hervorragend. Wolfsburg hat in meinen Augen sehr gut gespielt, daher bin ich sehr froh über die drei Punkte.“
Die Ergebnisse im Überblick:
Adler Mannheim – EHC München 4:3 (1:1, 1:1, 1:1, 0:1) OT
ERC Ingolstadt – Thomas Sabo Ice Tigers 1:2 (1:0, 0:0, 0:2)
Straubing Tigers – Krefeld Pinguine 1:2 (0:0, 0:1, 1:1)
Hamburg Freezers – Kölner Haie 0:3 (0:0, 0:2, 0:1)
Iserlohn Roosters – DEG Metro Stars 5:2 (0:0, 2:1, 3:1)
Grizzly Adams Wolfsburg - Hannover Scorpions 1:3 (1:1, 0:1, 0:1)
Die Höhepunkte der heutigen Partien sehen Sie ab morgen auf DELTV.
